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Das „Blutwunder“ des hl. Januarius
   

Autor: Pater Mieczysław Piotrowski SChr,
Liebt einander! 2/2014 → Zeichen und Wunder



Der hl. Januarius starb im Jahre 305 n.Chr. in Pozzuoli den Märtyrertod. Seit dieser Zeit zeigt sich das wundersame Zeichen der Verwandlung von geronnenem Blut des Heiligen in arterielles Blut eines lebenden Menschen. Was möchte uns Gott durch dieses Zeichen sagen?

Der hl. Januarius wurde im Jahr 305 n. Chr. in Pozzuoli bei Neapel, in der Nähe des Vulkans Solfatara, enthauptet. Er starb den Märtyrertod, weil er nicht seinem Glauben an Jesus Christus abschwören wollte. Der erste historisch dokumentierte Bericht über das Blutwunder des hl. Januarius stammt vom 17. August 1389. Seit dieser Zeit verfügen wir über eine reiche Dokumentation, die belegt, dass sich jedes Jahr, bis in unsere Zeit hinein, das wundersame Zeichen wiederholt, bei dem sich geronnenes Blut in eine Flüssigkeit verwandelt, die – so sagen Wissenschaftler- zu arteriellem Blut eines lebenden Menschen wird. Diese geheimnisvolle Verwandlung geschieht meistens dreimal im Jahr: am Samstag vor dem ersten Sonntag im Mai, am 19. September, dem Jahrestag des Märtyrertods des hl. Januarius, sowie am 16. Dezember, seinem Patronatsfest. Die von den Domherren geführte Chronik enthält detaillierte Beschreibungen dieser Ereignisse. Aus der jahrhundertelangen Beobachtung folgt, dass die Verflüssigung des geronnenen Blutes am 19. September fast immer und unverzüglich erfolgt. Dahingegen gibt es bei den anderen Terminen keine Regel: Es gab Tage, an denen das Blutgerinnsel sich in einem Augenblick in Flüssigkeit verwandelte, an anderen musste man lange darauf warten; es gab aber auch solche Tage, an denen sich das Blut überhaupt nicht auflöste. Das Blut des hl. Januarius wird in einem Reliquiar aufbewahrt, in dem sich zwei antike gläserne Ampullen befinden. Die größere in Form einer Ellipse ist zu 75% mit Blut gefüllt, während die kleinere eine zylindrische Form hat und nur eine kleine Menge Blut enthält. Experten zufolge stammen beide Ampullen aus dem 14. Jahrhundert.

Eine Herausforderung für die Wissenschaft

Dieses ungewöhnliche Phänomen der „Wiederbelebung“ des Blutes des hl. Januarius fordert die moderne Wissenschaft heraus. Die Wissenschaftler stehen vor einem großen Rätsel und einem Geheimnis, das sie weder verstehen noch erklären können. Geronnenes menschliches Blut, das eine mutige Christin während der Exekution des hl. Januarius am 19. September 305 n. Chr. in die Ampullen füllte, geht plötzlich in flüssigen Zustand über. Zeugen dieses Ereignisses können beobachten, wie das Blut seine Farbe, seine Zähigkeit, aber auch sein Gewicht und sein Volumen verändert. Das Auftreten dieses unfassbaren Phänomens ist nicht von bestimmten Terminen, der Anwesenheit von Menschen oder der Temperatur abhängig. Die Verwandlung der Blutkonsistenz von fest nach flüssig findet sowohl dann statt, wenn die Temperatur in der Kathedrale 5°C beträgt, als auch dann, wenn darin 32°C Hitze herrscht. Das Ereignis ist ebenso unabhängig von der psychischen Anspannung der Menschen, die sich dort zum Gebet versammelt haben. Das Blut des Märtyrers löst sich gleichermaßen in Gegenwart einer Menschenmenge, wie einiger weniger Menschen auf, und auch dann, wenn überhaupt niemand zugegen ist. In einigen Fällen stellte man nach der Öffnung der Panzerkassette mit dem Reliquiar fest, dass das Blut des Märtyrers bereits in den flüssigen Zustand übergegangen war. So ist also jener Vorgang, bei dem das Blut des hl. Januarius vom Zustand des Blutgerinnsels in den flüssigen Zustand übergeht, völlig unabhängig von den Wünschen der Menschen, von der Temperatur oder anderen äußeren Faktoren. So waren zum Beispiel im Jahre 1976 die Blutreliquien des hl. Januarius acht Tage lang zur öffentlichen Ansicht ausgestellt. Trotz vieler Tage intensiven Gebets sowie einer maximalen psychischen Anspannung der Menge der Gläubigen stellte sich das Wunder der „Wiederbelebung“ des Blutes des hl. Januarius überhaupt nicht ein.

Die Wissenschaftler, Experten auf dem Gebiet der Physik und der Hämatologie, stimmen allesamt darin überein, dass die Existenz des Blutes vom Jahr 305 n. Chr. bis in unsere Zeit in morphologisch unveränderter Form für die Wissenschaft ein großes Rätsel bleibt; ebenso ist das Phänomen, bei dem das geronnene Blut in flüssigen Zustand übergeht- bei gleichzeitiger Veränderung seines Volumens und seines Gewichts-, sowie seine Rückkehr in den Ausgangszustand wissenschaftlich nicht zu erklären. Alle Versuche, dieses Phänomen im Laboratorium nachzustellen, sind bis jetzt missglückt. Die moderne Wissenschaft kann keine Erklärung für dieses geheimnisvolle Phänomen nennen.

Manchmal vergrößert das geronnene Blut des hl. Januarius während seines Übergangs in den flüssigen Zustand sein Volumen so stark, dass es die ganze Ampulle ausfüllt. Ein andermal wiederum schrumpft das Blut und verringert sein Volumen. Die Wissenschaftler schockiert es besonders, dass sich dann das Gewicht des gesamten Blutes verändert. Auch seine Farbe verändert sich: von hellem zu dunklem oder schmutziggelbem Rot. Völlig unvorhersehbar ist die Zeitdauer, in der sich der Übergang des Blutes vom festen zum flüssigen Zustand vollzieht. Es kommt vor, dass dies sofort geschieht, ein andermal hingegen dauert dieser Prozess einige Minuten, Stunden, oder gar den ganzen Tag. Das Gleiche gilt, wenn das Blut erneut den Gerinnungsprozess durchmacht. Alle diese Phänomene vollziehen sich entgegen jeglichen physikalischen Gesetzen.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Wissenschaftler haben sich mit der Untersuchung des Blutes des hl. Januarius befasst. Das erste Mal, im September 1902, unterzogen Prof. Raffaele Ianuario und Dr. Gennaro Sperindeo die Ampullen mit dem Blut spektroskopischen Untersuchungen. Die Forscher konnten sie nicht öffnen, da die kleinen Gefäße mit Mastix, also dem Harz des Pistazienbaums, versiegelt sind. Im Laufe der Jahre wird der Mastix hart wie Stein, und man kann nur noch durch das Zerschlagen des Glases an das Innere der Ampullen gelangen.

Am 22. September 1902 war das Blut des Heiligen noch in flüssigem Zustand. Dies ermöglichte den Wissenschaftlern, eine Spektroskopie der in den Ampullen befindlichen Flüssigkeit durchzuführen. Diese Untersuchung brachte zutage, dass wir es mit menschlichem Blut zu tun haben.

Auf Bitten von Kardinal Michele Giordano führte im Herbst 1988 ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung des berühmten Professors Luigi Baima Bollone von der Universität Turin ebenfalls eine Untersuchung des Blutes des hl. Januarius mithilfe der Spektroskopie durch. Diese bestätigte die Untersuchungsergebnisse von 1902. Die spektroskopische Analyse der Ampullen mit dem Blut ergab, dass sich in den Gefäßen Hämoglobin befindet, und dass wir es folglich mit echtem, arteriellem, reinem, menschlichen Blut zu tun haben, das sich wie arterielles Blut eines lebenden Menschen verhält. Damit wurde die Hypothese, man habe dem Blut des hl. Januarius im Mittelalter irgendwelche Substanzen hinzugefügt, die das Phänomen seiner Verflüssigung und erneuten Gerinnung bewirken, vollständig widerlegt. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus kann man das Phänomen der Verflüssigung und erneuten Gerinnung des Blutes nicht erklären; noch weniger kann man die Frage beantworten, warum sich dieser geheimnisvolle Vorgang seit so vielen Jahrhunderten Jahr für Jahr wiederholt. Würde das Blut des hl. Januarius den allgemeingültigen Naturgesetzen unterliegen, wäre es schon längst vollständig verwest und zu Staub zerfallen.

Der italienische Wissenschaftler Gastone Lambertini gelangte nach vielen Jahren der Forschung zu folgendem Ergebnis: „Das Gesetz des Energieerhalts, die Prinzipien, die das Gelieren und die Auflösung der Kolloide steuern, die Theorien zum Alterungsprozess der organischen Kolloide, die biologischen Experimente zur Gerinnung von Plasma – all dies bestätigt, dass die seit vielen Jahrhunderten verehrte Substanz sowohl die Naturgesetze, als auch jeglichen Erklärungsversuch herausfordert, der sich nicht auf ein übernatürliches Eingreifen Gottes beruft. Das Blut des hl. Januarius ist ein Gerinnsel, das lebt und das atmet. Es ist ein Zeichen des ewigen Lebens und der Auferstehung.“

Ein Zeuge des auferstandenen Jesus

Der heilige Januarius war einer von vielen Tausend Märtyrern, die während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian ihr Leben für Christus hingaben. Er wurde um das Jahr 270 n. Chr. geboren und schon in jungen Jahren zum Bischof von Benevento ernannt. In den historischen Quellen ist die Beschreibung des Märtyrertods des hl. Januarius am 19. September 305 n. Chr. in Pozzuoli gut dokumentiert. Über sein Leben und Wirken hingegen finden wir nur spärlich dokumentierte Angaben. Wir wissen, dass der junge Bischof Januarius sich im Jahr 305 n. Chr. von Benevento zu einer apostolischen Reise in verschiedene Ortschaften Kampaniens aufmachte. In diesen Gebieten lebten bereits zahlreiche Gemeinschaften von Christen, die in jenen Zeiten grausamer Verfolgungen Stärkung im Glauben nötig hatten. Wir wissen auch, dass schon vorher die heiligen Petrus und Paulus eine kurze Zeit dort verbracht hatten. Der hl. Petrus legte im Jahre 42 n. Chr. in Pozzuoli an, als er sich auf dem Weg nach Rom befand. Aus der Apostelgeschichte  (28,14) hingegen erfahren wir, dass im Jahr 61 n. Chr. der hl. Paulus in Pozzuoli ankam und dort einige Tage in einer Gemeinschaft von Christen verbrachte.

Der Märtyrertod des hl. Januarius fand statt, als die Christenverfolgung unter der Herrschaft von Kaiser Diokletian ihren Höhepunkt erreichte. Acht Jahre später, im Jahr 313 n. Chr., erließ Kaiser Konstantin das Dekret, das den Christen Religionsfreiheit zusicherte. Im Jahr 305 n. Chr. jedoch drohte für den Glauben an Christus die Todesstrafe, der man nur durch das Erbringen eines Weihrauchopfers an die heidnischen Götter entrinnen konnte.

Die ungewöhnlich schnelle Ausbreitung des Christentums an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert beunruhigte Diokletian ernstlich. Während seiner Herrschaft lebten in den 120 Provinzen des Imperiums einige Millionen Christen; zu dieser Zeit gab es bereits1800 Bischofssitze. Zwischen 303 und 304 n. Chr. erließ Diokletian eine Reihe von Verordnungen, in denen er die Zerstörung aller christlichen Kirchen sowie die Vernichtung aller christlichen Bücher veranlasste. Er befahl außerdem, Priester und Bischöfe festzunehmen und zum Glaubensabfall zu zwingen, sowie den Christen alle Bürgerrechte abzuerkennen. Dies war eine der grausamsten Christenverfolgungen. Um dem Tod zu entgehen, reichte es aus, zu Ehren der römischen Götzen und der Göttlichkeit des Imperators öffentlich Weihrauch zu entzünden, als Zeichen der vollkommenen Unterordnung unter seine Herrschaft. Jeder, der dies tat, erhielt einen sogenannten libellus, also eine Art Bescheinigung, die besagte, dass man ein der Obrigkeit gegenüber loyaler Bürger war und die richtigen religiösen Ansichten pflegte. Jeder Christ, der sich weigerte, den Götzen Weihrauch zu entzünden, wurde unverzüglich zum Tode verurteilt.

Vor der Exekution wurden die Verurteilten ausgepeitscht. Getötet wurden sie durch Enthauptung oder Kreuzigung, Vierteilung des Körpers oder Verbrennung, aber auch, indem sie von wilden Tieren zerfleischt wurden, denen sie während der Spiele in der Zirkusarena ausgesetzt wurden. Gewöhnlich wurden die Körper der Märtyrer ihren Familien nicht herausgegeben, sondern in den Fluss geworfen oder wilden Hunden zum Fraß vorgeworfen. Einige wenige Christen, die dem Tod entrinnen konnten, wurden zu Sklavenarbeit in Bergwerke nach Sardinien geschickt.

Aus den historischen Quellen wissen wir, dass im September 305 n. Chr. Bischof Januarius zusammen mit dem Diakon Festus und dem Lektor Desiderius nach Pozzuoli ging, um eine große Gemeinde eifriger Bekenner Christi im Glauben zu stärken. Die Ankömmlinge hielten sich bei dem Diakon Socius auf, wo sie heimlich die örtlichen Christen lehrten. Nach einigen Tagen informierte irgendein Spion den Richter Drakontius darüber. Der Richter erließ einen sofortigen Haftbefehl gegen den Bischof und seine Gefährten, jedoch gelang es den Soldaten nur, den Diakon Socius festzunehmen und ins Gefängnis zu werfen. Als Bischof Januarius von dieser Gefangennahme erfuhr, begab er sich zusammen mit Festus und Desiderius zu den örtlichen Machthabern, um die Freilassung des unschuldig verhafteten Socius zu verlangen. Daraufhin wurden sie alle festgenommen. Während er verhört wurde, bekannte Bischof Januarius ohne zu zögern seinen Glauben an Jesus Christus, den wahren Gott, der wahrer Mensch wurde, um uns zu erlösen. Der Richter Dracontius wollte ihn unter Androhung des Todes dazu zwingen, seinen Glauben an Christus durch ein Weihrauchopfer an die römischen Götter zu verleugnen. Der Bischof lehnte entschieden ab und sagte, er wolle lieber sterben, als den auferstandenen Herrn zu verraten, der allein die Quelle des Glücks und des ewigen Lebens ist. Er stellte fest: „Durch meine Vereinigung mit Christus fürchte ich mich nicht, alle Leiden anzunehmen, die mir die Menschen zufügen wollen.“ Dann gab er in seinem und im Namen seiner inhaftierten Gefährten an, sie alle seien bereit, den Märtyrertod zu sterben. Der Richter stellte ihnen noch einmal die unverzügliche Freilassung in Aussicht, wenn sie nur das Weihrauchopfer zu Ehren der Göttlichkeit des Imperators vornehmen wollten. Bischof Januarius antwortete darauf: „Wir geben jeden Tag unserem Allmächtigen Herrn Jesus Christus die Ehre, und nicht euren Götzen.“ Da erließ der Richter das Todesurteil, das an den Gefangenen vollzogen werden sollte, indem sie während der Spiele im Amphitheater von wilden Tieren zerfleischt würden. Doch da er die Vollstreckung des Urteils persönlich überwachen wollte, bei den Spielen aber nicht dabei sein konnte, entschied er schließlich, die Exekution der Festgenommenen solle durch Enthauptung erfolgen. Vor der Vollstreckung der Todesstrafe kniete der hl. Januarius nieder und sprach ein kurzes Gebet: „Allmächtiger Gott, in Deine Hände lege ich meinen Geist.“ Die Augen wurden ihm verbunden, und er ließ es mit großer Ruhe zu, dass der Henker das Urteil vollzog. Eine mutige und fromme Christin füllte etwas von dem aus der Wunde des Märtyrers herausquellenden Blut in zwei Fläschchen. Seit jener Zeit betrachten die Einwohner Neapels und seiner Umgebung den hl. Januarius als ihren Hauptpatron. Auf seine Fürsprache hin tut der auferstandene Jesus große Zeichen und Wunder. Jedes Jahr erneuert Er die „Wiederbelebung“ des Blutes des heiligen Märtyrers, befreit aber auch, wie die Chroniken berichten, alle, die im Gebet und in den Sakramenten der Eucharistie und der Buße mit Vertrauen Zuflucht bei seiner unendlichen Barmherzigkeit suchen, von der Versklavung durch böse Geister; auch heilt Er alle ihre Krankheiten an Leib und Seele.

Ein Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen

Jedes Jahr beginnen die Hauptfeierlichkeiten zu Ehren des hl. Januarius am 18. September, am Vorabend zum Jahrestag seines Martyriums. Vor der Kathedrale in Neapel versammeln sich Menschenmengen. Zu Beginn der ganznächtlichen Gebetswache werden die sogenannten Fackeln des Glaubens entzündet. Frühmorgens am nächsten Tag geht der Kardinal von Neapel in einer Prozession zur Kapelle, in der das Blut des hl. Januarius aufbewahrt wird. Nach dem Gebet öffnet er den Safe und entnimmt ihm das Reliquiar mit dem Blut des Heiligen, das sich meistens in diesem Augenblick verflüssigt. Auf der Oberfläche des Blutes zeigen sich dann Bläschen, was davon zeugt, dass das Blut auf geheimnisvolle Weise in einen „Siedezustand“ übergeht. Der Kardinal trägt die Ampullen mit dem Blut durch die Kirche, wobei er sie den dort versammelten Menschen zeigt. Währenddessen klatschen über zehntausend Gläubige freudig in die Hände. Für gewöhnlich verbleibt das Blut noch für die nächsten acht Tage in flüssigen Zustand. In dieser Zeit beten die Menschen inbrünstig, gehen zur Beichte und nehmen an der Eucharistie teil. Das wichtigste Ereignis ist jedoch nicht das „Blutwunder“, sondern die persönliche Begegnung mit dem auferstandenen Christus im Geheimnis der Eucharistie.

Der Erzbischof von Neapel, Kardinal Corrado Ursi, sagte, das Phänomen der „Wiederbelebung“ des Blutes des hl. Januarius sei unmittelbar mit der Auferstehung Christi verbunden. Es sei ein außerordentliches Zeichen von Gottes Wirken, durch das der Herrgott die Menschen zur Umkehr aufruft. So schrieb Kardinal Ursi 1972: „Der Herr bedient sich der Umwandlung des geronnenen Blutes des Märtyrers in das Blut eines lebenden Menschen, um uns bewusst zu machen, dass Christus auferstanden und mit uns ist, dass sein Blut, welches ewiges Leben spendet, in den Christen, die im Stande der heilig machenden Gnade bleiben, immer lebendig ist und pulsiert. Warum sollte der auferstandene Christus heute nicht durch das Märtyrerblut des hl. Januarius zu uns sprechen können, um uns zur Umkehr und zum Glauben an seine reale Gegenwart in der Eucharistie aufzurufen?“ Jesus, der Herr, möchte uns Anteil an der Fülle seines auferstandenen Lebens geben, und deshalb ruft Er uns auf, die Sünde zu hassen und nach jedem Fall durch das Sakrament der Buße aufzustehen, damit wir immer reinen Herzens sind und in der heilig machenden Gnade verbleiben. Denn nur Menschen reinen Herzens sind selig, also glücklich, und nur sie werden Gott schauen (vgl. Matthäus 5,8).

Das „Blutwunder“ des hl. Januarius ist auch ein Zeichen, das auf die Existenz des ewigen Lebens hinweist, ein Zeichen, das dazu aufruft, die Wahrheit über die Auferstehung Christi anzunehmen, und ebenso die Wahrheit über die Auferstehung der Leiber aller Menschen am Tage der Parusie und des Letzten Gerichts, bei dem „jene, die das Gute getan haben, (…) zum Leben auferstehen [werden], die das Böse getan haben, zum Gericht“ (Johannes  5,29). Das Blutwunder des hl. Januarius ist außerdem ein Zeichen, das auch zum lebendigen Glauben an die reale Gegenwart des auferstandenen Herrn in der Eucharistie aufruft.  Jesus sagt uns: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. […] Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag“ (Johannes 6,51.53-54). Dies ist der letztendliche Sinn dieses außergewöhnlichen Zeichens, des Blutwunders des hl. Januarius: uns zu einem lebendigen Glauben an die reale Gegenwart des auferstandenen Christus in der Eucharistie und an das ewige Leben zu führen.

Um Jesus Christus für das „Blutwunder“ des hl. Januarius zu danken, das unseren Glauben vertiefen und uns zur Umkehr aufrufen soll, lasst uns mit den Worten des alten Hymnus beten, der während des Andauerns dieses außergewöhnlichen Zeichens gesungen wird: „Allmächtiger, dreieiniger Gott, wir danken Dir, dass Du uns diesen großen Heiligen geschenkt hast. Heiliger Januarius, Ritter Jesu Christi, stärke unseren Glauben an seine Auferstehung und an seine wirkliche Gegenwart in der Eucharistie, und gib all jenen das Licht des Glaubens, die nicht glauben! Amen.“





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Veröffentlicht mit Zustimmung des "Liebt einander!" im Februar 2018.



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