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Die Eucharistie im Leben von Marthe Robin
   

By ks. Mieczysław Piotrowski TChr,
Liebt einander! 2/2008 → Katholische Kirche



Marthe Robin (1902-1981) ist eine der größten stigmatisierten Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts. Jeden Freitag durchlebte sie das Leiden und den Tod Christi – auf ihrem Körper erschienen dann die blutenden Wunden des Erlösers. Was die Wissenschaft und öffentliche Meinung jedoch am meisten verblüffte, war die Tatsache, dass die einzige Nahrung, die Marthe Robin 50 Jahre lang zu sich nahm, der eucharistische Jesus war.

Die Kindheit

Marthe Robin kam am 13. März 1902 in Frankreich zur Welt, und zwar in dem kleinen Dorf Drome, das sich  in der Provinz Chateauneuf-de-Galaure befindet. Die Taufe empfing sie in der Pfarrkirche von Saint Bonnet. Sie hatte 5 ältere Geschwister, vier Schwestern und einen Bruder. Die Eltern hatten einen Bauernhof. Marthes Vater war ein arbeitsamer und solider Landwirt. Die Mutter war eine fromme und fröhliche Frau.
Im Jahre 1903 wurde die ganze Region vom Typhus heimgesucht, worauf hin sehr viele Menschen starben. Auch die kleine Marthe erkrankte. Sie erholte sich zwar, aber ihre Gesundheit wurde ernsthaft angegriffen. Aus gesundheiltichen Gründen konnte sie oft nicht zur Schule gehen, sodass der Pfrarrer sie zu Hause auf die Erstkommunion vorbereiten mußte. Am 15. August des Jahres 1912 fand für Marthe ein großes Ereignis statt. An diesem Tag empfing sie Christus zum ersten Mal in der Heiligen Kommunion. Nach Jahren bekannte sie: „Ich glaube, dass der Herr mich im Augenblick meiner Erstkommunion in Besitz nahm. Das Herz Jesu fing an, in meinem Herzen zu schlagen.”
Marthe hatte ein sehr gutes Gedächtnis, sie konnnte sich Dinge sehr schnell merken und das Lernen fiel ihr sehr leicht. Leider mußte sie im Alter von 14 Jahren ihre Schullaufbahn beenden, weil sie den Eltern auf dem Hof aushelfen mußte. Sie war ein heiteres und fröhliches Kind; sie liebte Blumen, arbeitete sehr gern in der Küche und im Garten; sie mochte auch die Volkslieder und Tänze bei abendlichen Zusammenkünften unter Nachbarn.
 

Die fortschreitende Lähmung 

Im Mai 1918 begann die 16 jährige Marthe, unter schlimmen Kopfschmerzen zu leiden. Am 25. November desselben Jahres fiel sie in Anwesenheit ihrer Mutter in der Küche plötzlich um. Von diesem Augenblick an lag sie 20 Monate lang im Koma. Die Ärzte waren ratlos, denn sie konnten keine Krankheit diagnostizieren. Die Eltern befürchteten, Marthe würde in Kürze sterben. Keiner war sich dessen bewußt, dass es sich dabei um ein „mystisches Koma” handelte, währenddessen  Jesus Marthe geistig darauf vorbereitete, Botschafterin Seiner Liebe und unendlichen Barmherzigkeit zu werden. Zum Erstaunen und Freude aller wachte das Mädchen eines Tages auf und führte das Gespräch genau an dem Punkt weiter, an dem es vor 20 Monaten unterbrochen worden war, als Marthe in den mystischen Schlaf sank. Von da an konnte Marthe sich nur noch mit Krücken vorwärtsbewegen. Mit der Zeit schritt die Krankheit weiter fort. Marthe war innerlich davon überzeugt, dass die wichtigste Mission ihres Lebens darin bestand, für andere zu leiden. Sie lernte von Maria, Jesus vollkommen zu glauben und zu vetrauen. Sie hatte nur einen Wunsch: bis zum Ende den Willen Gottes zu erfüllen.
Am 15. Oktober 1925, dem Gedächtnistag der hl. Therese von Avila, schrieb Marthe einen Akt des Vertrauens und der vollkommenen Hingabe ihres Lebens an Gott. Es war ein privater Akt der Konsekration, der Vermählung mit Christus, der Übergabe ihrer selbst  als „Liebesopfer” und zugleich ein bewegender Liebesbrief an Gott. Hier einige Fragmente daraus: „Herr, mein Gott! Du hast Deine kleine Dienerin um alles gebeten... Oh Geliebter meiner Seele! Ich sehne mich nur nach Dir und für Deine Liebe entsage ich allem... Gott der Liebe! Nimm mein Gedächtnis und alle meine Erinnerungen. Nimm meinen Verstand und bewirke, dass er nur zu Deiner größeren Ehre dient... Nimm meinen ganzen Willen... Nimm meinen Leib und alle meine Sinne, mein Gehirn und alle seine Fähigkeiten, mein Herz und alle seine Gefühle... Oh Gott meiner Seele! Oh göttliche Sonne! Ich liebe Dich... Verbirg mich in Deinem Innern... Nimm mich mit Dir mit. Ich will nur in Dir leben.” Viele Mystiker berichteten, dass sie als Zeichen ihrer Vermählung mit Christus einen goldenen „mystischen Ring” von Ihm erhielten. Marthe bekannte, dass sie diesen Ring 12 Mal auf ihrem Finger gesehen hat.
Nach diesem Akt der vollkommenen Hingabe an Jesus geschahen seltsame Dinge mit Marthe. Am 3. Oktober 1926, dem Tag zur Ehren der hl. Therese von Lisieux, fiel die 24 jährige Marthe in einen mystischen Schlafzustand, der 3 Wochen dauerte. Nach dem Erwachen gestand sie ihren Eltern, dass sie n dieser Zeit großes Leid erfahren hat, das paradoxerweise gleichzeitig eine Erfahrung der Liebe Gottes war. Sie gestand: „Wenn wir leiden, dann ist dies eine Schule der Liebe, damit wir stärker lieben.” In dieser Zeit besuchte sie die hl. Therese von Lisieux drei Mal, um ihr mitzuteilen, sie solle sich der Mission annehmen, auf der ganzen Welt „Brennpunkte der Liebe” zu entfachen.
Die Lähmung der Beine schritt bei Marthe indes so weit voran, dass sie sich nicht mehr aus eigenen Kräfte zu bewegen vermochte.
Ab dem 2. Februar 1929 breitete sich die Krankheit auch auf ihr Hände, ihre Schultern und die Muskeln der Speiseröhre aus. Von diesem Moment an konnte sie nicht mehr schlucken und war deshalb nicht mehr in der Lage, etwas zu essen oder zu trinken. Man mußte sie ins Bett legen, welches sie bis zum Augenblick ihres Todes am 6. Februar 1981 nicht mehr verließ.
 

Das Wunder der Eucharistie 

Marthe wurde von Dr. Jean Dechaume betreut, der Professor an der medizinischen Fakultät in Lyon war, sowie von Dr. André Ricard. In ihrem Bericht über den Gesundheitszustand von Marthe Robin schrieben die beiden Ärzte, dass am 2. Februar des Jahres 1929 gegen Mittag die Beine und Füße der Kranken bewegungsunfähig wurden und versteiften. Die Lähmung befiel ebenfalls die Muskeln der Speiseröhre, deshalb konnte Marthe keine Nahrungsmittel und Getränke zu sich nehmen, zudem schlief sie auch nicht mehr. Die Tatsache, dass Marthe lebte, obwohl sie überhaupt nicht aß, blieb für die Wissenschaft ein Rätsel. Die Wissenschaftler stellten überdies fest, dass weder emotionale, noch psychische oder rationale Zustände, Ursache für diese vollkommenen Bewegungsunfähigkeit bei der jungen Frau waren. Man konnte auch einen Nervenanfall, einen Gehirntumor und Epilepsie ausschließen. Die Ursache von Marthes Krankheit blieb für die Medizin ein großes Geheimnis.
Paul Ludwig Couchoud, ein atheistischer Philosoph und Arzt aus Wien, der aufgrund der Informationen über Marthe Robin neugierig geworden war, fuhr zu ihr hin, um selber beurteilen zu können, ob all das, was man über ihr mystisches Leben, ihre Stigmata und die Eucharistie als ihre einzige Nahrung erzählte, der Wahrheit entsprach. Nach vielen Schwierigkeit gelang es ihm, dank der Intervention des Bischofs selber, sich mit Marthe zu treffen. Rasch entwickelte sich zwischen den beiden eine geistige Freundschaft und der Gelehrte wurde zum häufigen Gast im Hause Robin. Dr. Couchoud stellte fest, dass Marthe Robin eine Lähmung am ganzen Körper erfahren hatte, die so stark die Muskeln der Speiseröhre blockierte, dass sie nicht einmal in der Lage war, einen Tropfen Wasser zu schlucken. In seinem medizinischen Bericht schrieb der Arzt, dass das, was ihn am meisten erstaunt hatte, die Art und Weise war, wie Marthe die Heilige Kommunion empfing. Sie schluckte die Hostie nicht, denn durch die Muskelblockade war dies nicht möglich. Die Hostie drang auf geheimnisvolle Art und Weise in ihr Inneres.
Marthe interessierte sich nicht besonders für das andauernde Hungern, welches ihr, wie sie sagte, Jesus auferlegt hatte. Sie trank uns aß nichts, weil es ihr physisch nicht möglich war, da ihr Körper vollkommen gelähmt war. 50 Jahre lang kam sie ohne irdisches Essen aus, doch sie konnte nicht ohne die Eucharistie leben.
Die Eucharistie war für Marthe das wichtigste Ereignis und die einzige Nahrung, die sie am Leben erhielt. Sie empfing die Heilige Kommunion nur einmal in der Woche, am Dienstag, und in den letzten Wochen ihres irdischen Lebens am Mittwochabend. An dem Tag, an dem sie Jesus in der Kommunion empfangen sollte, betete sie vom frühen Morgen an und wiederholte ihren Akt der Liebeshingabe an Christus vom 15. Oktober des Jahres 1925. An diesem Tag empfing sie auch das Beichtsakrament. Nach dem Kommunionempfang stieß sie einen leisen Schrei des Entzückens und der Freude aus und fiel in eine Extase, die in der vollkommenen Vereinigung mit Gott bestand. In diesem Zustand strahlte Marthes Gesicht überidisches Glück und überirdische Schönheit aus. So drückte sie es im Gebet aus: „Ich bin so glücklich, oh mein Geliebter, weil ich fühle, dass mein Herz in Deinem schlägt, weil ich Dich in meinem Herzen fühle, Dich den Lebendigen und Allmächtigen. Der Herr in mir – was für ein Mysterium! Ich fühle mich wie im Paradies. Eines Tages werde ich sterben Dich fühlend, oh mein Jesus, wie Du in meinem Herzen schlägst. Oh mein Jesus, bewirke, dass man eines Tages sagt, dass Deine Liebe mich verzehrt hat, nicht aufgrund meiner eigenen Anstrengungen, sondern aufgrund Deiner Gnade... Oh mein Gott, wenn Du mir schon jetzt solch einen Frieden schenkst, mich auf dieser Erde so glücklich machst, was wird dann im Himmel sein?”
Mystiker, dei sich in Extase befinden, haben einen unmittelbaren Kontakt mit Gott und verlieren die Bindung an die Welt. Marthe erklärte, dass man nicht sagen könne, dass während ihrer mystischen Zustände ihre Seele sich vom Körper lösen würde; sie werde vielmehr auf eine seltsame Art und Weise erhoben: „Gott erscheint zunächst in Bangigkeit. Es ist etwas so Neues, dass man es nicht ausdrücken kann! Dann erfahre ich Frieden, es ist ein zeitenthobener Zustand. Ich weiß nicht, wann genau es geschieht. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll...Es geschieht außerhalb von mir und zugleich in mir. Ich bin erhoben. Ich wehre mich umsonst, ich bin in Liebe erhoben. Es besteht jedoch keine Notwendigkeit darin.”
Die Extase endete erst am Tag nach dem Kommunionempfang und Marthe kehrte ins normale Leben zurück. Am wichtigsten waren für die Mystikerin das Glaubensleben, ihre persönliche Liebesbeziehung zu Jesus, und nicht die übernatürlichen Zustände und Erlebnisse. So wie der hl. Johannes vom Kreuz war sie der Meinung, dass wir nicht nach übernatürlichen geistigen Erlebnissen streben sollten, denn die geistige Wüste, die dunkle Nacht des Glaubens sind die wertvollsten Geschenke, die es uns ermöglichen, zusammen mit Jesus den Kreuzweg zu gehen und für die Liebe im Himmel zu reifen. Wir werden diesen Weg aber nur dann gehen können, wenn unsere wichtigste geistige Nahrung Jesus in der Eucharistie ist.
„Wenn ich die Heilige Kommunion empfange,” sagte Marthe Robin, „dann geschieht dies so, als ob eine lebendige Person in mich dringen würde... Sie benetzen mir die Lippen, aber ich kann nichts herunterschlucken. Die Hostie dringt in mich, aber ich selber weiß nicht, wie es geschieht. Die Eucharistie ist keine gewöhnliche Nahrung. Jedes Mal ergießt sich neues Leben in mich. Jesus ist in meinem ganzen Körper, als ob ich auferstehen würde. Die Heilige Kommunion ist viel mehr als nur eine Vereinigung: sie ist die Verschmelzung in Eins...Ich möchte es all denjenigen, die mich immer wieder fragen, ob ich tatsächlich nichts esse und nichts trinke, herausschreien, dass ich mehr als sie esse, denn ich ernähre mich mit der Eucharistie des Leibes und Blutes Jesu. Ich möchte ihnen sagen, dass sie selber die Effekte dieser Nahrung bei sich blockieren.”
Das, was alle am meisten erstaunt, insbesondere aber die Wissenschaftler, ist die Tatsache, dass Marthe vom Augenblick der vollständigen Lähmung ihres Körpers im Jahre 1929 an bis zu ihrem Tod im Februar des Jahres 1981, also mehr als 50 Jahre lang, nichts gegessen, nichts getrunken und überhaupt nicht geschlafen hat,  ihr Körper jedoch vollkommen normal fonktionierte. Ihre einzige Nahrung war die Heilige Kommunion. Christus wollte durch dieses wunderbare Zeichen, nämlich das fortwährende eucharistische Wunder, allen Menschen aufzeigen, welch ungeheure Macht die Heilige Kommunion besitzt, wenn man sie mit tiefem Glauben empfängt.
Durch das Beispiel der Marthe Robin erinnert uns Jesus daran, dass wir das wahre Leben nur dann empfangen, wenn wir Seinen Leib und Sein Blut in der Eucharistie zu uns nehmen. Durch dieses aufsehenerregende Wunder möchte uns Jesus zu einem inbrünstigen Glauben an die Eucharistie führen und uns klar machen, dass die Heilige Kommunion nichts anderes als Er selber in Seiner auferstandenen und verklärten Menschheit ist. Er gibt sich selber ganz hin, um mit uns die Fülle des Glaubens zu teilen: „(...) Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.” (Johannes 6, 53-54)
 

Sie litt mit Christus 

Marthe hatte verstanden, dass wenn sie sich mit Christus in Liebe vereint, sie auch an Seinem Leiden zur Erlösung der Welt teilnehmen und einen geistigen Kampf mit den Mächten des Bösen führen muß. Im Oktober 1927 wurde sie erstmals durch einen Dämon angegriffen, der sich ihr in der Gestalt eines furchteinflößenden Tieres zeigte. Später kamen die bösen Geister in menschlichen Gestalten zu ihr, schüttelten sie, warfen sie im Bett herum und ohrfeigten sie.
Im Jahre 1930 erhielt Marthe von Jesus die Stigmata. Während des Gebetes sah sie etwas, was sich nur sehr schwer beschreiben ließ, eine Art „Feuerpfeil”, der wie eine „Lichtklinge” aus dem Herzen Jesu hervorging. Die Mystikerin erzählte über das geheimnisvolle Ereignis folgendes: „Jesus bat mich zunächst, ich möge Ihm meine Hände übergeben.Es kam mir so vor, als ob eine Pfeilspitze aus Seinem Herzen hervorkam, sich in zwei Strahlen teilte, von denen jeder eine meiner Hände durchbohrte. Zur selben Zeit wurden meine Hände aber auch von Innen durchbohrt. Dann ermunterte mich Jesus dazu, Ihm auch meine Füße zu übergeben, was ich sofort tat. Da sah ich eine Pfeilspitze, die sich ebenfalls in zwei Teile spaltete und meine Füße durchbohrte. All dies geschah sehr schnell. Daraufhin bat Jesus mich, Ihm meine Brust und mein Herz zu geben... Ihre Durchbohrung war noch intensiver... Jesus schenkte mir noch die Dornenkrone. Er setze sie auf meinen Kopf und drückte sie stark auf.”
Von diesem Ereignis an trug Marthe an ihrem Körper die Wunden des gekreuzigten Jesus. Und noch mehr: vor den Augen der Eltern bluteten diese Wunden reichlich. Woher kam so eine Menge Blut, da Marthe doch gar keine Nahrung zu sich nahm und jeder Flüssigkeitsverlust zu sofortigem Tod führen müßte? Die Ärzte waren ratlos, sie konnten all diese geheimnisvollen Vorgänge weder verstehen noch erklären.
Am 30. Dezember 1930 diktierte Marthe einen Brief mit folgendem Inhalt: „In diesem Jahr kam es zu einer intimen Vereinigung meiner Seele mit Gott. Ich habe eine geheimnisvolle und tiefgründige Wandlung erfahren. Trotz meiner Behinderung ist mein Glück tiefgehend und beständig, weil es göttlich ist. Was für eine Arbeit! Welch ein Aufstieg! Was für eine Agonie meines Willens war nötig, damit ich mir selber sterben konnte.”
Die behandelnden Ärzte schrieben in ihrem Bericht vom Oktober 1931, dass die Patientin anfing, jeden Freitag das Leiden Christi mitzuerleben: es erschienen auf ihrem Kopf, auf ihren Händen, Füßen und an der Seite die Wunden Christi, die reichlich bluteten.
Jeden Freitag erfuhr Marthe an ihrem Körper das Leiden und den Tod Jesu. Es war ein erschreckenden physisches und geistiges Leiden, hervorgerufen durch vollständiges Verlassensein und das Fehlen der Anwesenheit des Vaters, welches Jesus mit den Worten: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?” (Matthäus 27, 46) ausdrückte. Dies war die letzte Konsequenz der Sünden aller Menschen, die Jesus freiwillig auf sich nahm, um sie zu tilgen und alle Menschen aus der Sklaverei des Satans zu erlösen. Marthe erlebte das Leiden zur Erlösung der Sünder zusammen mit Jesus. Ihr Mitleiden mit Christus erreichte seinen Höhepunkt in der Erfahrung des „Todes” am Kreuz, der jeden Freitag um 15°° Uhr erfolgte. Nach dem „Tod” erfuhr Marthe das Gericht, welches alle Menschen über sich werden ergehen lassen müssen. Nachdem das Gericht beendet war, durchlebte sie den Zustand der Trennung der Seele vom Körper und das Wartens auf die Auferstehung. Am Sonntagmorgen kehrte die Mystikerin auf  Weisung des Priesters wieder ins normale Leben zurück.
Durch ihre Vereinigung mit Jesus im Geheimnis des Leidens und des Kreuzestodes für die Erlösung der Welt wurde Marthe zum wahren Genie des geistlichen Lebens. Sie war ein Genie, was Lebensweisheit, das endgültige Ziel des menschlichen Lebens und die Wege, die dahin führen, anbetrifft. Diese französische Mystikerin war sich des großen Dramas beim Kampf des Guten mit dem Bösen im Herzen der Menschen bewußt. Sie wußte, dass die größte Tragödie des Menschen in der Sünde besteht sowie in einem Leben, geführt, als ob es Gott nicht gäbe. Es war für sie ganz klar, dass man zum Sklaven des Satans wird, wenn man in der Sünde lebt, und so auf die ewige Verdammnis zusteuert. Das geistige Genie Marthes beruhte darauf, dass sie am immerwährenden Akt der Erlösung, die Christus durch Sein Leiden, Seinen Tod und Seine Auferstehung vollbrachte, teilnahm. Um die Sünder vor dem ewigen Verderben zu bewahren und sie von dem Weg zur Hölle abzubringen, vereinte sich die Kranke mit Christus in Seinem Kreuzesopfer zur Erlösung der Welt. Sie opferte ihre Leiden und Gebete für andere Menschen auf, nahm ihre Leiden auf sich, um ihnen die Gnade der Bekehrung zu erlangen. Ihr Schmerz war besonders dann sehr stark, wenn sie die Anwesenheit Gottes nicht mehr spürte. Dieses Fehlen der Nähe Jesu war für sie die „Hölle”, sie erfuhr, welch großes Leiden die Sünde in Wahrheit ist. Marthe war mit Christus vereint, der für unsere Erlösung zur Sünde geworden ist, „damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.” (2 Korinther 5,21) Am Sonntagmorgen nahm die Mystikerin an der Freude über die Auferstehung Christi teil, am endgültigen Sieg über den Satan, die Sünde und den Tod. Das bedeutet, dass Marthe das ganze Drama unserer Erlösung, welches sich während jeder Heiligen Messe vergegenwärtigt, miterlebte. Auf diese Art und Weise möchte uns Jesus durch Marthe sagen: „Jedes Christenleben ist eine Heilige Messe und jede Seele auf dieser Welt ist eine Hostie. Nimm dich ganz, ohne Einschränkungen, und opfere dich zusammen mit Jesus, dem göttlichen Opferlamm, welches unaufhörlich für die Erlösung der Welt hingegeben wird, Gott auf.”
 

Sie führte alle zu Christus 

Die Nachricht über die seltsame Krankheit Marthes und  ihre Stigmata verbreitete sich über die ganze Gegend. Immer mehr Menschen kamen, um diese ungewöhnliche Frau zu besuchen und sie um Rat und Gebet zu bitten. Insgesamt waren es mehrere tausend Menschen, die Marthe in ihrer Wohnung aufsuchten. Es waren Menschen, die hohe Ämter sowohl in der Kirche als auch im Staat inne hatten: Kardinäle, Bischöfe, Priester, Minister, Professoren, reiche Arbeitgeber, aber auch arme Arbeiter, Bauern, Menschen mit verschiedenen Süchten oder Selbstmordgedanken. Die Kranke erteilte den Hilfesuchenden sehr treffende Ratschläge, Antworten und Warnungen. Es gab für sie keine Frage ohne eine Antwort, kein Problem ohne Lösung, keine Situation ohne Ausweg. Den Verzweifelten und Leidenden, die sie aufsuchten, um Hilfe und Rat zu erbitten, sagte sie, dass sie die Last ihrer Probleme auf sich nehmen würde. Dergestalt konnte sie die Schuld dieser Menschen bei Gott abtragen. So nahm sie beispielsweise nach den Geständnissen einer Prostituierten ihr durch das sündiges Leben verursachte Leiden auf sich.
Sie führte alle zu Christus, der alle Wunden heilt, alle Schmerzen lindert und die schwierigsten Probleme löst. Manchmal änderte ein einziges Wort aus Marthes Mund das Leben der  Menschen. Sie empfing die Sünder mit dem größten Mitgefühl und liebte sie mit der Liebe Christi. Weil sie der Teufel mit den verschiedensten Versuchungen attackierte, kannte sie die Schwere der Schuld besser als der Schuldige selber. Deshalb nahm Marthe, kraft ihrer Vereinigung mit Christus im Gebet und in der Eucharistie sowie ihres freiwillig auf sich genommenen Leidens für die Sünder, den andauernden, siegreichen Kampf mit den Mächten des Bösen auf sich und entriss Tausende von Menschen aus ihrer Slaverei.
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Published - November 2010


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