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Autor: ks. Mieczysław Piotrowski TChr,
Liebt einander! 3/2012 → In dieser Ausgabe



Das Christentum ist keine Ideologie, sondern die Anwesenheit der göttlichen Person Jesus Christus, der wahrer, sterblicher Mensch wurde, um die Sünden und Leiden aller Menschen zu tragen und den endgültigen Sieg über alles Böse, das Leid und den Tod zu erlangen.

Jesus Christus ist die wichtigste Gestalt in der Geschichte der Menschheit. Seine Geburt teilte die Zeitalter in eine alte Ära – vor der Geburt Christi – und eine neue Ära – nach Christi Geburt.

Die römischen Geschichtsschreiber des ersten Jahrhunderts nach Christus, die dem Christentum gegenüber feindlich eingestellt waren, wie Cornelius Tacitus (55-20 n.Chr.), Suetonius (69-130 n.Chr.), der berühmteste Historiker des Alten Roms, oder Plinius der Junge (61-113) bestätigen die geschichtliche Existenz Jesu und informieren darüber, dass Er in Judäa unter der Herrschaft des Tiberius zum Tod am Kreuz verurteilt wurde. Der jüdische Geschichtsschreiber Josef Flavius (37-100 n. Chr.) schrieb, dass Jesus am dritten Tag nach seinem Tod lebend gesehen wurde und „dass bis zum heutigen Tag Seine Bekenner existieren, die sich Christen nennen.“

Erwartung

Es ist eine historisch nachgewiesene Tatsache, dass in der Zeit, als Jesus geboren wurde, man im Volk Israel das Kommen des Messias erwartete. Sein Kommen bestimmten die Israeliten auf der Grundlage des prophetischen Textes aus dem Buch Daniel (7,13-14; 9,24). Diese Prophezeiung spricht davon, dass der Messias nach Verlauf von „siebzig Wochen“, das heißt nach 490 Jahren (70 mal 7 Jahre) nach der Verkündigung des Dekrets durch König Artaxerxes geboren werden sollte – also in dem Zeitraum, in dem Jesus lebte. Jesus zeigte während Seiner öffentlichen Lehre auf, dass die Prophezeiung Daniels sowie andere Prophezeiungen des Alten Testaments, die das Kommen des Messias betreffen, in Seiner Person zur Erfüllung gelangten.

Den Prophezeiungen des Alten Testaments zufolge sollte der Messias aus einer Jungfrau geboren werden (Jesaja 7,14), in der Stadt Bethlehem (Micha 5,1-2), als ein „Starker Gott“ (Jesaja 9,5), der die Blinden, Tauben und Stummen heilt; Er würde durch einen Freund verraten werden (Psalter 55,13-15), dem Leid und Tod ausgeliefert (Weisheit 2,19-20); „verachtet und von den Menschen gemieden“, Er würde unser Leid auf sich nehmen und „durchbohrt (werden) wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt“ (vgl. Jesaja 53,3 -5); zu den Verbrechern gerechnet (vgl. Jesaja 53,12); und dann von den Toten auferstehen (vgl. Psalter 16,10; 30,4).

Für viele Juden, die die Prophezeiungen des Alten Testaments mit dem Leben, dem Leiden, dem Tod und der Auferstehung Jesu konfrontierten, war es ganz deutlich, dass Er der erwartete Messias war.

Es ist ganz außergewöhnlich, dass das Kommen Jesu Christi erwartet und von vielen Propheten zwanzig Jahrhunderte vor Seiner Geburt schon vorhergesagt worden war. Kein anderer Religionsgründer (Buddha, Mohammed, Konfuzius etc.) wurde vorhergesagt oder erwartet. Dies ist ein Phänomen, welches in der Geschichte der Menschheit einzigartig und unwiederholbar ist, vor allem auch deshalb, weil Jesus Christus durch Seine Lehre und Seine Taten die für die Israeliten schockierende Wahrheit offenbarte, dass Er als wahrer Mensch auch wahrer Gott ist.

Was das Christentum von anderen Religionen unterscheidet

Für die Juden war der einzige Gott Jahwe absolut heilig, transzendent, man durfte Ihn nicht abbilden, Seinen Namen nicht aussprechen und sich auch keine Vorstellungen über Ihn machen. Deshalb sehen die Bekenner des Judaismus die Wahrheit über die Geburt Jesu, die aussagt, dass der wahre Gott wahrer Mensch wurde, als eine Gotteslästerung an. Als Jesus die Sünden vergab, als Er sagte, dass Er der Herr über den Sabbat sei und sich verschiedene Attribute Jahwes zuschrieb, und auch noch behauptete, Gott zu sein, da war dies für die Israeliten die größte Gotteslästerung, für die die Todesstrafe drohte. Während der Gerichtsverhandlung vor dem Sanhedrin fragten die Hohenpriester Jesus: „Du bist also der Sohn Gottes. Er antwortete ihnen: Ihr sagt es – ich bin es“ (Lukas 22,70). Die Versammelten reagierten darauf mit ungeheurer Empörung: „Er hat Gott gelästert. (…) Jetzt habt ihr die Gotteslästerung selbst gehört. (…) Er ist schuldig und muss sterben“ (Matthäus 26,65-66).

Wenn man sich als Sohn Gottes bezeichnete, dann hieß dies, „sich selbst zu Gott“ zu machen (vgl. Johannes 10,33). Schon früher wollten die Zuhörer Jesus steinigen, als Er gesagt hatte: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30). Sie erklärten: „Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“ (Johannes 10,33). Ganz ähnlich reagierten die Israeliten, als Jesus sagte: „Noch ehe Abraham wurde, bin ich“ (Johannes 8,58).

Jesus verwendete sehr oft die Aussage „ICH BIN“ (vgl. Johannes 8,24. 28; Johannes 13,19; Matthäus 28,20; Lukas 24,39). „ICH BIN DA“ ist der Name Gottes, den Gott selber Moses offenbarte (Exodus 3,14). Indem Jesus diesen Namen auf sich selbst bezog, wies Er eindeutig darauf hin, dass Er der wahre Gott ist. Die Wahrheit darüber, dass Jesus als wahrer Mensch auch wahrer Gott ist, offenbarte sich auf vollkommene Weise im Geheimnis Seiner Auferstehung. Die Überzeugung, dass Jesus auch wahrer Gott ist, beruhte bei den Juden auf der Lehre Christi und kam gleich nach Seinem Tod und Seiner Auferstehung auf. Diese bekehrten Juden, die glaubten, dass Jesus von den Toten auferstanden und der erwartete Messias sowie wahrer Gott ist, verkündeten diese Wahrheit auch mit außergewöhnlichem Mut im ganzen römischen Imperium. Sehr oft mussten sie dafür mit ihrem Leben bezahlen.

Die Entstehung des Christentums, seine Entwicklung und Fortdauer trotz blutiger Verfolgungen, unterliegt keinerlei historischen Gesetzmäßigkeiten und ist ein wahres Wunder. Man kann diese Tatsache nur mit einem besonderen Wirken Gottes erklären, Der wahrer Mensch wurde, um uns zu erlösen. Als der Auferstandene lebt, lehrt und wirkt Er in Seiner Kirche. Ähnlich wie der Judaismus reagiert auch der Islam auf das Christentum, das verkündet, dass der wahre Gott wahrer Mensch wurde. Deshalb finden wir auf der Kuppel der Moschee Omara in Jerusalem die Aufschrift: „Jesus ist nur der Sohn Mariens, ein Mensch wie alle anderen auch.“ Dabei ist es doch so, dass „wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott“ (1.Johannes 4,15).

Man muss bedenken, dass das Christentum keine Ideologie ist, sondern die Anwesenheit der Göttlichen Person Jesus Christus, der wahrer, sterblicher Mensch wurde, um die Sünden und Leiden aller Menschen auf sich zu nehmen und den endgültigen Sieg über alles Böse, das Leid und den Tod, im Geheimnis Seines Leidens, Seines Todes und Seiner Auferstehung zu erringen.

Der Sohn Gottes, die Zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, wird Mensch, um uns zu erlösen, um alle unsere Sünden hinwegzunehmen (vgl. 1.Johannes 3,5), „damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Johannes 3,16). Der Katechismus der Katholischen Kirche erinnert: „Das Wort ist Fleisch geworden, um uns »Anteil an der göttlichen Natur« zu geben (2.Petrus 1,4): »Dazu ist das Wort Gottes Mensch geworden und der Sohn Gottes zum Menschensohn, damit der Mensch das Wort in sich aufnehme und, an Kindesstatt angenommen, zum Sohn Gottes werde« (Irenäus, hæer. 3,19,1). Das Wort Gottes »wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden« (Athanasius, inc. 54,3)“ (Katechismus der Katholischen Kirche 460). Jesus Christus gibt jedem die Chance zur Erlösung, „zur Teilnahme an der Göttlichen Natur des unvorstellbaren Glücks des ewigen Lebens im Himmel.“ Dies ist der wahre Grund zur Freude und zu einem anhaltenden Optimismus, den uns das Geheimnis der Weihnacht bringt.

Die Demokratie verdankt ihre Existenz dem Christentum

Indem Jesus Christus ein Mitglied der menschlichen Gemeinschaft wurde, brachte Er der Menschheit nicht nur Seine fortwährende Anwesenheit, sondern auch das wundervollste Wertesystem, welches auf dem Dekalog und dem Evangelium basiert. Diesem Wertesystem zufolge besitzt jedes menschliche Wesen eine unendliche Würde, denn es trägt das Bild Gottes in sich und ist Gott ähnlich; das Böse soll man durch das Gute überwinden, den Hass durch Liebe, und die Lüge durch Wahrheit. Daraus ergibt sich das unantastbare Recht eines jeden Menschen auf Gewissensfreiheit, sowie das Recht auf Leben vom Augenblick der Empfängnis an bis zum natürlichen Tod. Eine authentische Demokratie ist nur möglich, wenn sie sich auf dieses Wertesystem stützt. Der ganze Reichtum der europäischen Kultur und Demokratie entstammt christlichen Werten, aus der Wahrheit über den Menschen, über die Ehe, die Familie, die Gesellschaft, über die Welt und Gott, die Jesus Christus uns offenbarte.

Einer der Gründer der Europäischen Gemeinschaft, Robert Schumann, schrieb: „Die Demokratie wird entweder christlich sein, oder es wird sie gar nicht geben.“ In seinem Buch Pour l’Europe lesen wir: „Die Demokratie verdankt ihre Existenz dem Christentum. Sie entstand, als der Mensch dazu berufen wurde, in seinem irdischen Leben die Prinzipien der menschlichen Würde im Rahmen der individuellen Freiheit, des Respekts vor den Rechten eines jeden Menschen, und der Brüderlichkeit zu verwirklichen. (…) Die Demokratie ist doktrinal und chronologisch mit dem Christentum verbunden. (…) Das Christentum lehrt die Gleichheit aller Menschen, der Kinder desselben Gottes, die durch Christus erlöst wurden, ohne Unterschied im Hinblick auf Rasse, Hautfarbe, Klasse oder Beruf. Das Christentum erkannte die Würde der Arbeit und verpflichtete alle zu dieser Anerkennung. Es stellte auch die geistigen Werte an die erste Stelle.“

Jesus Christus, der in der katholischen Kirche lebt, lehrt und wirkt, ist der größte Schatz der Menschheit. Diejenigen, die an Christus glauben und Seine Lehre in ihrem Leben verwirklichen, sind das Salz der Erde und das Licht der Welt (vgl. Matthäus 5, 13-14). Der Aufbau der gesellschaftlichen Ordnung gemäß dem christlichen Wertesystem sollte im Interesse aller Menschen guten Willens, aller Gläubigen, Agnostiker und Atheisten sein. Denn nur das christliche Wertesystem garantiert wahre Demokratie, den Schutz der menschlichen Würde und seiner grundsätzlichen Rechte, darunter das Recht auf Leben und Gewissensfreiheit.

Er kommt in „sein Eigentum“

Leider ist die von Christus gegründete Kirche die am meisten verfolgte religiöse Gruppierung der Welt. Es gibt keine rationale Erklärung dafür, warum es Menschen gibt, die Christus, Seine Bekenner und das christliche Wertesystem, das sich auf Liebe, Vergebung, Gewissensfreiheit, den Respekt der menschlichen Würde eines jeden Menschen und auf Solidarität stützt, hassen. Jesus sagte zu Seinen Schülern: „Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden“ (Markus 13,13); „ Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. (…) Wenn sie mich verfolgt haben, dann werden sie auch euch verfolgen“ (Johannes 15,18. 20).

Nicht viele sind sich dessen bewusst, dass derzeit auf der Welt alle fünf Minuten ein Christ stirbt, einzig und allein aus dem Grund, weil er an Christus glaubt. In den letzten 10 Jahren gaben jedes Jahr 160.000 Christen ihr Leben für ihren Glauben hin. Dies ist ein wahrer Holocaust, der von den Massenmedien verschwiegen wird.

Überall dort, wo das christliche Wertesystem abgelehnt wird, hört „das »Recht« (…) auf, Recht zu sein, weil es sich nicht mehr fest auf die unantastbare Würde der Person gründet, sondern dem Willen des Stärkeren unterworfen wird. Auf diese Weise beschreitet die Demokratie ungeachtet ihrer Regeln den Weg eines substanziellen Totalitarismus“ (Johannes Paul II.: Evangelium vitae, 20). Wenn Freimaurer, Atheisten, islamische Fundamentalisten oder Kommunisten an die Macht kommen, die „den Sinn für Gott“ verlieren, so „verliert man bald auch den Sinn für den Menschen, für seine Würde und für sein Leben“ (Evangelium vitae, 21), und dann werden Christen gehasst und verfolgt. Historiker schätzen, dass seit dem Tod und der Auferstehung Christi bis zum heutigen Tag an die 70 Millionen Christen ihr Leben für den Glauben hingegeben haben. Am blutigsten war das 20. Jahrhundert, in dem 45 Millionen Christen ihr Leben verloren haben. Untersuchungen sprechen davon, dass in diesem Jahr über 100.000 Christen ihr Leben wegen ihres Glaubens verlieren werden.

Der selige Johannes Paul II. machte uns bewusst, dass „wir einer ungeheuren und dramatischen Auseinandersetzung zwischen Bösem und Gutem, Tod und Leben, der »Kultur des Todes« und der »Kultur des Lebens« gegenüberstehen. Wir stehen diesem Konflikt nicht nur »gegenüber«, sondern befinden uns notgedrungen »mitten drin«“ (Evangelium vitae, 28). Die entscheidende, siegreiche Schlacht gegen die Mächte des Bösen fand im Leiden, im Tod und in der Auferstehung Christi statt. Jesus lädt jeden von uns dazu ein, an Seinem endgültigen Sieg über den Satan, die Sünde und den Tod teilzunehmen. „Jesus selber hat uns durch sein Beispiel gezeigt, dass Gebet und Fasten die hauptsächlichen und wirksamsten Waffen gegen die Kräfte des Bösen sind (vgl. Matthäus 4, 1-11), und hat seine Jünger gelehrt, dass manche Dämonen sich nur auf diese Weise austreiben lassen (vgl. Markus 9, 29). Finden wir also wieder die Demut und den Mut zum Beten und Fasten, um zu erreichen, dass die Kraft, die vom Himmel kommt, die Mauern aus Betrug und Lüge zum Einsturz bringt“ (Evangelium vitae, 100).

Das Geheimnis der Weihnacht vergegenwärtigt sich immer wieder aufs Neue. Jesus Christus, der fleischgewordene Gott, kommt in „sein Eigentum“, doch leider gibt es immer wieder Menschen wie damals in Bethlehem, die Ihn nicht aufnehmen wollen (vgl. Johannes 1,11). Nur in dem Menschen, der im Kinde Jesu seinen Herrn und Erlöser erkennt, der versucht, nach dem Evangelium zu leben, der betet, sich von jedem Fall im Sakrament der Beichte erhebt und Jesus in der Eucharistie „als sein tägliches Brot empfängt, (…) erfüllt sich täglich das Geheimnis der Weihnacht, das Wunder des Wortes Gottes, das Fleisch wird“ (hl. Edith Stein).

Pater M. Piotrowski SChr

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Veröffentlicht mit Zustimmung des "Liebt einander!" im März 2016.



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